Konsumentenschutz

Konsumentenschutz ist kein Ersatz für Eigenverantwortung, sondern deren Voraussetzung. Wer frei entscheiden will, braucht Zugang zu klaren Informationen, transparente Märkte und verlässliche Rahmenbedingungen. Statt staatlicher Bevormundung steht die Stärkung der Entscheidungsfreiheit im Vordergrund. Mündige Konsumentinnen und Konsumenten sollen selbstbestimmt agieren können – ob analog oder digital. Dafür braucht es klare Spielregeln, nicht mehr Regulierung, sondern bessere.

Meine Positionen


Verständliche Verträge statt Papierfriedhöfe
Finanzprodukte wie Haushaltsversicherungen oder Kleinkredite sollten nicht mit 100 Seiten juristischer Fließtext verschleiert werden. Komplexität schützt keine Konsumentin und keinen Konsumenten – sie überfordert. Vertragsunterlagen müssen in Umfang und Sprache zumutbar, digital zugänglich und auf das Wesentliche reduziert sein. Wer versteht, was er unterschreibt, kann auch eigenverantwortlich entscheiden. 

Vergleichbarkeit bei Strompreisen: Einheitliche Angaben für fairen Wettbewerb
Verbraucherinnen und Verbraucher sollen Stromanbieter einfach und transparent vergleichen können – ohne Tarifdschungel und versteckte Gebühren. Dafür braucht es einen einheitlich auszuweisenden Gesamtpreis, der alle Kosten enthält. Ob Grundgebühr, Arbeitspreis oder Boni – relevant ist, was am Ende auf der Rechnung steht. Nur so funktioniert echter Wettbewerb am Strommarkt – und nicht über Irreführung im Kleingedruckten. 

Keine Zettelwirtschaft statt Zustellung: Rechte bei Paketdiensten stärken
„Zustellversuch“ ohne Klingeln ist kein Service, sondern Ärger mit Ansage. Wenn Paketdienste systematisch keine echten Zustellversuche unternehmen, sondern gleich Benachrichtigungen hinterlassen, werden Konsument:innen faktisch entrechtet. Hier braucht es verbindliche Regeln: Wer zustellt, hat auch zuzustellen – und nicht die Verantwortung auf die Kundschaft abzuwälzen. Servicequalität muss auch bei Lieferdiensten gelten – gerade im Onlinezeitalter. 

Verantwortung bei Medizinprodukten: Staatliche Warnsysteme statt Haftungsflucht
Wenn bei Medizinprodukten etwas schiefläuft, darf die Verantwortung nicht auf einzelne Ärztinnen und Ärzte abgeschoben werden. Es braucht eine zentrale, staatlich koordinierte Warnkette, die bei fehlerhaften Produkten schnell und verlässlich greift. Patient:innen müssen sich darauf verlassen können, dass Risiken transparent kommuniziert und Produkte gegebenenfalls sofort aus dem Verkehr gezogen werden. Die Haftung darf nicht dort landen, wo am wenigsten Einfluss auf die Lieferkette besteht – sondern bei denen, die für Marktaufsicht und Produktsicherheit zuständig sind.